Papiermüll reduzieren

Nachhaltigkeit

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Beitrag zum Thema: Wie verkleinere ich meinen ökologischen Fußabdruck. (Am Ende des Artikels findet ihr eine Auflistung meiner bisherigen Beiträge dazu, falls ihr stöbern wollt.)

Wie ihr dem Titel schon entnehmen könnt, geht es dieses Mal um Papiermüll.

Zunächst einmal, warum sollte man überhaupt seinen Papiermüll reduzieren? Papier ist doch nicht so schlimm wie Plastik, oder?

Das natürlich nicht. Papier besteht aus Zellulose, welches aus Holz gewonnen wird. Es verrottet im Gegensatz zu Plastik relativ schnell und ist biologisch abbaubar. Trotzdem benötigt die Produktion von Papier relativ viele Ressourcen. Für ein DIN A4 Blatt Papier beispielsweise werden ca. 10 Liter Wasser verwendet und je nachdem ob es sich um Recyclingpapier handelt oder nicht werden Bäume gefällt.

Herbstlaub

Da wirft sich natürlich sofort die Frage auf: wieviele Bäume? Beziehungsweise andersrum gefragt: Wieviel Blatt Papier werden denn aus einem Baum gewonnen? Hierzu habe ich etwas recheriert und auf der Seite www.blauer-engel.de folgende Beispielrechnung zur Veranschaulichung für Schulklassen gefunden:

Bei einer Klasse von 23 Schülern liegt der Papierverbrauch im Jahr bei 5.589 kg. Für 1 kg Papier werden ca. 2,2 kg Baum benötigt. Eine Klasse benötigt also innerhalb eines Schuljahrs ca. 5-7 mittelgroße Bäume um ihren Papierverbrauch zu decken.

Damit kann man sich das Thema Ressourcenverbrauch doch gleich ein bisschen besser vorstellen. Für alle die sich mit Schulklassen nicht so gut identifizieren können ;-) der Durchschnittsverbrauch pro Kopf in Deutschland betrug 243 kg Papier im Jahr 2010 und die Tendenz ist eher steigend.

Allein 30 kg Werbeflyer landen schätzungsweise jährlich in deutschen Briefkästen.

Kein Wunder, dass 20% aller gefällten Bäume für die Gewinnung von Zellulose bzw. Papier verwendet werden.

Soweit die Fakten und jetzt?

Papiermüll vermeiden bzw. reduzieren

Die einfachste Sache: BITTE KEINE WERBUNG am Briefkasten anbringen. Denkt dabei an die 30 kg völlig unnötiger Werbeflyer.

Natürlich bekommt ihr trotzdem noch Werbung. Von sämtlichen Firmen, bei denen ihr schon einmal etwas bestellt habt oder die irgendwie anderweitig an eure Adresse rangekommen sind. Es kostet euch lediglich 2 Minuten hier kurz anzurufen oder eine Email hinzuschreiben und die Werbung abzubestellen. Das klappt eigentlich meistens völlig problemlos.

Das gleiche Prinzip funktioniert auch hervorragend bei Mitgliedermagazinen oder Katalogen.

Kontoauszüge und Rechnungen kann man oftmals auch elektronisch anfordern bzw. abrufen und damit auf die Papierform verzichten.

Bitte keine Werbung

Bildquelle: https://pixabay.com/de/zeitung-post-briefkasten-3065044/

Recyclingpapier

Papier vermeiden geht natürlich nicht immer. Wenn man Papier kauft, dann am Besten Recyclingpapier. Papier kann nämlich 5-7 Mal recycelt werden. Natürlich kostet Recycling auch Ressourcen, aber sowohl der Energie- als auch der Wasserverbrauch ist deutlich geringer als bei der Herstellung von Papier aus Holz. Zudem wird das Abfallaufkommen reduziert und der Wald geschont.

Es gibt Recyclingpapier für den Drucker, es gibt Schulhefte & Blöcke aus Recyclingpapier und es gibt natürlich Klopapier aus Recyclingpapier.

Am einfachsten ist dabei auf den Blauen Engel zu achten. Das ist ein unabhängiges, zertifiziertes Umweltzeichen und wird staatlich kontrolliert. Papier, welches mit dem Blauen Engel gekennzeichnet ist, besteht aus 100% Altpapier.

Papier wiederverwenden

Abgesehen von Recyclingpapier kann man auch selbst „recyceln“. Einseitig bedrucktes Papier, alte Rechnungen, Anschreiben oder Aufschriebe können prima weiterverwendet werden, in dem man einfach auf die Rückseite schreibt. Das klingt total trivial, aber habt ihr das mal wirklich konsequent ausprobiert?

Ich habe in der Zwischenzeit einen kleinen Stapel im Büro angelegt, auf dem ich einseitig verwendetes Papier sammle. Verwendung findet ein Blatt aus diesem Stapel zum Beispiel wenn

  • ich mir ein paar Notizen machen will
  • ich einen Einkaufszettel schreibe
  • die Kinder einen Schmierzettel für Schulaufgaben brauchen
  • Vokabeln schriftlich geübt werden müssen
  • die Kinder ein paar Blätter zum Malen oder Basteln brauchen
Ausnahme: Bücher

Damit wäre der Beiträg eigentlich zu Ende, wenn ich nicht vor einiger Zeit von einer Leserin auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht worden wäre: Buch oder E-Paper – was ist umweltschädlicher

Dieser Beitrag zeigt eigentlich sehr schön, dass es durchaus mitunter abzuwägen ist, ob man die digitale Form der Papierform vorzieht. Nicht immer tut man der Umwelt damit etwas Gutes. Falls ihr euch also überlegt einen E-Reader zu kaufen, dann lest vorher mal in diesem Artikel nach. Je nachdem wieviel ihr lest und ob ihr eure Bücher normalerweise ausleiht, verkauft oder weiterverschenkt, lohnt sich ein E-Reader oder eben nicht.

Für mich persönlich sind Bücher definitiv eine Ausnahme zu meinem sonstigen Versuch Papier zu sparen. Ich liebe Bücher und mag sie nicht gegen einen E-Reader eintauschen. Da in unserer Familie ein reger Bücheraustausch stattfindet, lesen meistens 3-4 Leute früher oder später dasselbe Buch. Daher ist die Papierform für uns ganz klar die bessere Alternative.

Herbstblatt

Wahrscheinlich könnte man zum Thema Papiermüll noch viel mehr Fakten, Zahlen und Ideen anbringen. Aber für heute soll es damit erstmal genug sein. Ich hoffe ich konnte euch wieder einen kleinen Impuls mitgeben und wir lesen uns bald wieder. Schreibt mir gerne eure Gedanken dazu, wenn ihr Lust & Zeit habt.

LG,

Meine anderen Beiträge zum Thema ökologischer Fußabdruck findet ihr hier:

 

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