Wäsche waschen – wie nachhaltig bist du?

Allgemein

In dem Versuch den eigenen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich hinzubekommen, hüpfe ich kreuz und quer durch sämtliche Themen des Alltags.

Ich hoffe das stört euch nicht. Vielleicht hätte ich das Ganze auch als strukturiertes Projekt mit genauem Fahrplan und Meilensteinen aufbauen können. Aber ganz ehrlich: dazu hatte ich im Moment einfach keine Lust und keinen Nerv. Daher lasse ich euch viel lieber an meinen aktuellen Gedanken und Versuchen teilhaben.

Nachhaltiges Waschen

Heute geht es ums Thema Wäsche. Das betrifft wirklich jeden.

Falls ihr jetzt ein tolles Rezept für selbstgemachtes Waschmittel aus Kastanien oder Waschnüssen von mir erwartet, muss ich euch leider enttäuschen und ganz ehrlich zugeben: ich habe es mit verschiedenen Varianten probiert und bin damit einfach nicht zurecht gekommen.

Wir haben hier einen 5 Personenhaushalt und ich kann euch versichern: es fällt eine Unmenge an Wäsche an. JEDEN EINZELNEN TAG! Da habe ich weder Nerv noch Zeit großartige Experimente durchzuführen und im Zweifelsfall nochmal neu zu waschen.

Naja – im Grunde habe ich aber genau das gemacht. Ich habe experimentiert und wieder verworfen, war frustriert und musste mir schließlich eingestehen: ich brauche eine einfache, schnelle Variante, die ich IMMER für JEDE Wäsche anwenden kann (auch wenn richtig schmutzige und fleckige Klamotten dabei sind). Alles andere funktioniert bei mir auf die Dauer nicht.

Waschmittel selbermachen oder kaufen

Was also ist an meiner Lösung nachhaltig und was kann ich euch empfehlen?

1. Ich kaufe Öko-Colorwaschmittel für sensitive Haut. Warum? Da sind keine unnötigen Duft- oder Konservierungsstoffe drin. Die Marke ist an sich egal. Da hat sicherlich jeder seine Präferenzen und ich will auch für keine spezielle Marke Werbung machen.

2. Ich verwende Pulver statt Flüssigwaschmittel. Warum? Aus dem einfachen Grund, dass das Pulver in einer Pappschachtel daherkommt und das Flüssigwaschmittel in einer Plastikflasche!

3. Ich kaufe immer dasselbe Waschmittel. Warum? Dann muss ich nur einmal durchlesen, wie es dosiert wird. Das Hauptproblem beim Waschen ist nämlich, dass meistens viel zu viel Waschpulver verwendet wird. Völlig unnötig und ganz nach dem Prinzip: viel hilft viel.

Besser ist es: einmal durchlesen wieviel man nehmen soll, das richtige Hilfsmittel zum Abmessen finden und dazulegen und zukünftig IMMER abmessen. Das geht ratz-fatz. Pi mal Daumen funktioniert einfach nicht. Man beschummelt sich nur selbst. Erstens kostet das Pulver Geld und zweitens wird das Abwasser unnötig belastet!

4. Neben dem Waschpulver verwende ich auch Entkalker vom Öko-Discounter. Da hängt aber natürlich von eurer Wasserqualität ab. Auch hier gilt: abmessen!!! Nur wenn das Wasser einen entsprechenden Härtgrad hat, kann das Waschmittel auch seine gewünschte Waschkraft entfalten.

Weichspüler ja oder nein

5. Weichspüler – den stelle ich tatsächlich selber her :-) Das mache ich bereits seit 2 Monaten und kann es euch wirklich empfehlen. 500ml Wasser abkochen und abkühlen lassen, mit 15 g Citronensäure mischen und 5-10 Tropfen ätherisches Öl dazugeben (beispielsweise Orange). Damit wird die Wäsche weich und riecht angenehm. Dosierung pro Waschgang: 60ml.

Natürlich könnt ihr euch auch gleich eine größere Menge an Weichspüler zusammenmischen, dann braucht man es nicht so oft machen. Einfach in eine Glasflasche füllen und mit einem kleinen Abmessbecher zu jedem Waschgang hinzufügen.

6. Zum Thema Trockner: ja, ich habe einen im Keller stehen. Schon seit Jahren. Seit ein paar Monaten nutze ich ihn überhaupt nicht mehr und es funktioniert eigentlich ganz hervorragend. Vielleicht gebe ich mir demnächst endlich einen Schubs und verkaufe ihn. Entsorgen wäre in meinen Augen eine Ressourcenverschwendung, da er noch funktioniert und stattdessen vielleicht von jemand verwendet wird, der sich andernfalls ein Neugerät gekauft hätte.

Wie wäscht man ökologisch sinnvoll?

Das war’s auch schon. Alles kein Hexenwerk und nichts besonderes. Das muss es ja aber auch nicht immer sein. Ich finde es wichtig, dass man sein übliches Tun hinterfragt und unter die Lupe nimmt und bei Bedarf verbessert.

Schreibt mir gerne eure Meinung und eure Tipps zum Thema Waschen & Co. Ich bin gespannt, wie ihr das handhabt :-)

LG,

Meine anderen Beiträge zum Thema ökologischer Fußabdruck findet ihr hier:

 

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8 Kommentare

  • Reply
    Esmee
    25. Juni 2018 at 18:48

    Liebe Kerstin,
    ich bin auch schon seit Jahren auf dem „Minimalismus“ und möglichst wenig „waste“ Trip… Deinen Artikel finde ich klasse!! Das Weichspülerrezept werde ich testen :-)
    Gerne weiter so!
    Liebe Grüße Esmee

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      27. Juni 2018 at 18:14

      Hallo Esmee,

      danke für deinen netten Kommentar. Ich freue mich, dass dir mein Artikel gefällt und hoffe das Weichspülerrezept ist was für dich :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Britta
    25. Juni 2018 at 20:58

    Hallo Kerstin,
    den Wäschetrockner habe ich auch abgeschafft, als der Alte, ein Kombigerät, das mein Mann in “die Ehe nitgebrachr“ hatte, kaputt war. Ich hatte ihn eh nur fürs ausfransen von Jeans benutzt. Weichspüler benutze ich nie, meine Kinder kennen es nicht anders und mein Mann hat sich dran gewöhnt. Ich liebe Handtücher, mit denen man über die Haut rubbeln kann. Experimente mit Waschmittel habe ich auch noch nicht gemacht, aber ich versuche auch so knapp wie möglich zu dosieren und behandle Flecken direkt mit Gallseife bevor sie eintrocknen.
    LG, Britta

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      27. Juni 2018 at 18:17

      Liebe Britta,

      das hört sich prima an!!! Zugegebenermaßen mag ich die weiche Wäsche vom Trockner sehr gerne und trauere dem ein bisschen hinterher :-) Aber ich hoffe auch daran werden wir uns wieder gewöhnen. Ging ja vor der ganzen Trockner-Ära auch!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Andrea
    27. Juni 2018 at 23:15

    Vielen Dank für Deine Inspiration. Nachdem meine Waschma nach 20 Jahren das Zeitliche gesegnet hat und mir verschiedene Verkäufer gesagt hatten dass die Waschma mit Flüssigwaschmittel verseift habe ich „Waschmittelabitur“ gemacht und mich intensiv damit auseinandergesetzt. Ich wusste nicht dass Flüssigwaschmittel Konservierungsstoffe enthalten und deshalb jetzt Pulver. Ich teste mit dem Armlängentest ( einer kinisiologischen Testmöglichkeit) die Menge des benötigten Pulvers. So nehme ich immer passend. Wir haben sehr hartes Wasser, deshalb habe ich auch schon mit Enthärtern geliebäugelt, diese enthalten aber meistens auch nur Chemie. Welchen nimmst Du denn genau? Und wo und wann fügst Du den der Waschladung zu?
    Und beim selbstgemachten Weichspüler: die Wäsche riecht nicht nach Essig?

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      3. Juli 2018 at 15:28

      Liebe Andrea,

      schau mal hier – da findest du ein paar Infos und Ideen zum Thema Wasserenthärter:
      https://www.smarticular.net/waschen-mit-wasch-soda-umweltbewusst/

      Ich füge das immer zusammen mit dem Waschpulver in das Schubladenfach der Waschmaschine hinzu.

      Ich habe auch schon Essig statt Weichspüler verwendet und das hat ebenfalls gut geklappt. Die Wäsche riecht überhaupt nicht danach :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Nina
    1. Juli 2018 at 8:08

    Coole Sache! Ich bin bei Waschpulver leider irgendwie unfähig das hinzukriegen, dass auf der Wäsche keine Schlieren sind :/vllt liegts an der Waschmaschine. Andere Frage: Was für einen trockner habt ihr denn? Wir wollten uns für die kalten Monate nämlich einen anschaffen, gerne gebraucht. Wenn du ihn also los werden willst, schreib mir gerne mal :)
    Liebe Grüße, Nina

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      3. Juli 2018 at 15:29

      Liebe Nina,

      das mit den Schlieren hatte ich auch schon – aber nur bei schwarzer Wäsche. Zum Glück hat das irgendwann wieder aufgehört. Frag mich nicht warum – ich habe keine Ahnung :-)
      Wenn ich mich tatsächlich dazu entscheide den Trockner wegzugeben, schreibe ich dir gerne eine Mail – dann kannst du es dir überlegen :-)

      LG,
      Kerstin

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