Mein Einkauf im Unverpackt Laden

Bio, Nachhaltigkeit, Ohne Plastik

Wie versprochen möchte ich euch heute von meinem Besuch im Unverpackt Laden in Stuttgart berichten.

Die Idee dazu hat sich bei einem längeren Telefonat mit meiner großen Schwester ergeben. Wir diskutierten eifrig über die Schwierigkeit Plastik im Alltag zu vermeiden und welche Trinkflasche wir unseren Kindern in die Schule mitgeben könnten. Welche Marken gibt es, welche Materialien und sind die Flaschen zu schwer, ungesund, nicht dicht….usw.Unverpackt Laden

Jede von uns hatte ein Halbwissen und während wir uns austauschten, fing ich an zu googeln. Relativ schnell landete ich dabei auf utopia.de und einer Übersicht über Trinkflaschen ohne BPA. Und schwupps – irgendwie auch auf der Infoseite über Unverpackt Läden.

Davon hatten meine Schwester und ich schon beide gehört und da einer der Läden in Stuttgart angezeigt wurde, war der Einkaufstrip so gut wie geplant.

Glücklicherweise informiert die Webseite Schüttgut ausführlich und bietet sogar eine Produktliste an. Perfekt – daran konnten wir erkennen, dass sowohl die Glasflasche Soulbottles (mein Favorit), als auch die Edelstahlflasche KleanKanteen (Favorit meiner Schwester) vorrätig sein müsste.Soulbottles Glasflasche

Was soll ich sagen – der Besuch hat sich definitiv gelohnt. Ein kleiner, übersichtlicher und moderner Laden mit einem wirklich tollen Sortiment. Meine Soulbottles landete als Erste im Einkaufskorb und ich bin schwer begeistert von der Flasche. Ein tolles Design – absolut dicht (wobei ich zugegebenermaßen nur Leitungswasser trinke) – überraschend leicht für Glas und inklusive einem praktischen Tragegriff.trendige Glasflasche mit Bügelverschluss

Und was landete sonst noch so in meinen Einkaufstaschen? Kurzerhand deckte ich mich mit einigen Bügelgläsern für meine Küche ein und füllte sich direkt vor Ort mit Nudeln, Haferflocken, Nüssen, Rosinen, Cranberries und ähnlichem. Eigentlich hätte ich noch viel mehr einkaufen können und sollen. Aber irgendwie musste ich das alles erst einmal wirken lassen und ich wollte unbedingt zeitgleich meine Vorratsschränke zuhause umstellen.

Damit war ich dann auch noch die restliche Woche über beschäftigt. Alle Tupper- & weiteren Plastik-Vorratsbehälter sind aus meiner Küche verbannt (natürlich habe ich sie nicht weggeworfen, sondern an den Secondhand-Diakonie Laden vor Ort gespendet). Einzig die zwei großen Boxen fürs Mehl und für offene Packungen durften bleiben. Alle anderen Dinge wie Reis, Salz, Zucker, Gries, Nüsse, Kaba, Haferflocken, Müsli, Gewürze und dergleichen sind jetzt in Schraubgläsern und einigen wenigen großen Bügelgläsern verstaut.

Die Schraubgläser sind übrigens ehemalige Sahneflaschen, Marmeladengläser und ähnliches. Warum bin ich auf die Idee eigentlich nicht schon viel früher gekommen?Vorräte in Schraubgläser

Bei meinem zweiten Einkauf im Unverpackt Laden (ja – ich bin eine Woche später direkt noch mal hin) bin ich dann auch bereits wesentlich besser gerüstet gewesen. Ich habe direkt einige leere Gläser dabei gehabt und dort gefüllt. Daheim nur noch in den Schrank stellen. Kein Umfüllen – kein Müll! Ansonsten kann ich euch den Tipp geben, dass man auch viele Sachen hervorragend in kleine, saubere Stofftäschchen abfüllen kann. Dann spart man sich den Transport der leeren Gläser.

Prinzipiell funktioniert das Einkaufen im Unverpackt Laden immer so, dass man seine eigenen Gefässe mitbringt, wiegt und beschriftet und dann befüllt. An der Kasse wird dann das Gewicht des mitgebrachten Gefäßes abgezogen. Ganz einfach.Unverpackt Laden in Stuttgart

Übrigens bekommt man nicht nur Trockenobst, Getreide und ähnliches im Unverpackt Laden sondern auch Essig, Öl, Seife und vieles mehr.

Papiertüten oder Stofftäschchen kann man notfalls auch vor Ort kaufen, falls man nicht genügend dabei hat.Essig zum Abfüllen

Meine Schwester und ich waren jedenfalls sehr angetan von unserem Einkaufserlebnis und ich werde sicherlich noch öfter in Stuttgart vorbeischauen. Solltet ihr einen Unverpackt Laden in eurer Nähe haben, kann ich euch nur empfehlen: probiert es einmal aus. Ich bin mir sicher, es wird euch begeistern.

Übrigens kann man auch ohne Unverpackt Laden Müll vermeiden – zumindest ansatzweise:

  • Obst & Gemüse gibt es lose und unverpackt im Bio-Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt
  • Joghurt und Sahne nur in Pfandflaschen kaufen (möglichst auch die Milch)
  • Sprudel und andere Getränke nur in Glasflaschen
  • aufwendig verpackte Produkte NICHT kaufen (Pralinen kaufe ich aus Prinzip nicht – auch wenn sie gut schmecken!)
  • und natürlich immer einen Korb oder Einkaufsbeutel aus Stoff dabei haben

Wenn man erst mal angefangen hat sich Gedanken über das eigenen Konsumverhalten zu machen, dann fallen einem immer mehr Dinge auf, die man verbessern oder anders machen könnte. Meine Reise weg vom Plastik und hin zu Nachhaltigkeit hat jedenfalls erst begonnen und ich werde euch gerne weiter davon berichten :-)

LG,

Kerstin

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10 Kommentare

  • Reply
    Steffi
    14. Oktober 2016 at 10:55

    Das klingt nach einem guten Reisestart! :-) Auch ich versuche schon seit Längerem, Plastik so gut es geht zu vermeiden. Vorratsdosen (à la Tupperware) gibt es auch tolle aus Glas, die kann man dann auch in die Mikrowelle stellen. Luminarc bietet so welche z.B. an. Ansonsten hebe ich auch alle Gläschen und Flaschen auf und verwende sie, um selbst gemachte Smoothies zu transportieren, Likör zu verschenken, übriges Müsli mit ins Büro zu nehmen… Einen unverpackt-Laden gibt es in Düsseldorf leider noch nicht, dafür zum Glück viele Bioläden, wo es Unverpacktes gibt. :-) Ich wünsche dir weiter viel Spaß und Erfolg auf deiner Reise!

    Lieber Gruß
    Steffi

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      18. Oktober 2016 at 20:43

      Danke für deinen Kommentar liebe Steffi. Ich freu mich zu diesem Thema Gleichgesinnte zu finden und sich über die Möglichkeiten austauschen zu können.
      Ich hoffe bald über meine nächste „Reise-Station“ in Sachen plastikfrei berichten zu können. Dir natürlich weiterhin auch viel Erfolg damit und bestimmt werden sich die Unverpackt Läden noch weiter ausbreiten. Ich höre davon bislang wirklich nur Gutes :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Frau Ohneschuhe
    15. Oktober 2016 at 9:37

    Oh wie toll. Das ist auch einer meiner Lieblingsläden. Leider komme ich nur selten in den „Westen“ – und extra hinfahren würde ja dem Ökogedanken widersprechen. Trotzdem freue ich mich mit den Inhabern über jeden einzelnen Kunden.

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      18. Oktober 2016 at 20:45

      Ja – ich bin leider auch sehr wenig in Stuttgart selbst unterwegs und der Westen liegt jetzt nicht so wirklich günstig für mich. Daher wird es auch nur bei sporadischen Besuchen bleiben. Aber ich freue mich auch über jeden Kunden der seinen Weg dorthin findet. Es ist wirklich einen Einkauf wert und das Prinzip ist einfach super :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Karin
    17. Oktober 2016 at 12:48

    Danke Dir für den sehr inspirierenden Beitrag! Seit ich ihn gelesen habe, begann bei uns in der Küche ein stetes Umräumen :-) Danke, dass Du dieses Rädchen bei uns ins Rollen gebracht hast. Lieben Gruß, Karin

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      18. Oktober 2016 at 20:46

      Liebe Karin,

      das lese ich natürlich gerne! Danke, dass du mir so ein schönes Feedback schreibst. Viel Spaß noch beim Umräumen – ich habe es noch keine Minute bereut :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Anonym
    18. Oktober 2016 at 21:17

    Moin! Mir fehlt noch eine Alternative zu Müllsäcken. Darauf verzichten mag ich nicht, aus Papier finde ich auch nicht so gut, weil die ja auch irgendwie hergestellt werden müssen aus Altpapier und Frischholz unter großem Wassereinsatz usw.

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      20. Oktober 2016 at 19:39

      Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen. Allerdings muss ich dazusagen, dass ich auf Mülltüten wohl auch nicht komplett verzichten werde. Mein Anspruch ist insgesamt soviel Müll wie möglich zu vermeiden und vor allem auf Plastik zu verzichten, wo es geht.
      Wir haben bereits jetzt sehr wenig Restmüll und für diesen verwende ich im Moment noch Plastikmülltüten. Eine wirkliche Alternative habe ich dazu noch nicht. Ganz ohne geht nicht wirklich – da stimme ich dir zu.

      Die ganze Idee mit Müll vermeiden muss aber irgendwie im Alltag auch funktionieren, ohne sich komplett verbiegen zu müssen. Vielleicht muss man nicht unbedingt 100% anstreben – wichtig ist, dass man sich überhaupt Gedanken macht und an den Stellen vermeidet und einspart, bei denen es möglich ist.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Birgit
    1. November 2016 at 0:23

    Hallo Kerstin!
    Irgendwie bin ich jetzt erst auf diesen Post von dir gestoßen und hatte voll den Flash, da ich mich vor ca. einem Jahr darin erkannt habe. Von heute auf morgen habe ich alles Plastik aus der Küche verbannt und hatte das große Ziel das meiste selbst im Garten anzubauen und vieles für den Winter in Gläsern einzukochen. Mhhh, was soll ich sagen, das Plastik ist weiterhin aus der Küche draussen geblieben, aber das Einkochen habe ich nicht geschafft. Die Menge die man dafür braucht habe ich echt unterschätzt. Leider gibt es bei uns in Würzburg keinen unverpackt laden, daher kaufe ich soviel als möglich bei der Ökokiste, wo man auch viel Plastik sparen kann. Als Glasflaschen habe wir für unsere Kinder die Emil Glasflaschen und als Essensboxen die Stahlboxen von Lunchbots. Ansonsten muss ich leider gestehen, dass mich der Alltag etwas eingeholt hat. Wie oft hab ich mich geärgert und gefragt warum gerade alle Bio-Produkte in Plastik verpackt sein müssen, sogar das Salz! So ist die Wahl zwischen Bio mit Plastik und konventionelles ohne Plastik nicht immer so leicht. Ich bin aber total glücklich deinen Post zu lesen, da er mich wieder etwas wachrüttelt und mich wieder aus meiner Bequemlichkeit herausholt. Kennst du das Buch „Plastikfreie Zone“? Ist echt zu empfehlen, wenn man sich bei dem Thema inspirieren lassen möchte. Es ist total schön paralellen mit dir zu entdecken und ich hoffe sehr deine Familie unterstützt dich mit all der Umstellung. Auch das war nicht immer so einfach bei mir… Ich freue mich auf weitere Beiträge und möchte das Thema auch in meinem Blog auf jeden Fall mal einbringen (wenn ich die Zeit finde). Übrigens auch bei den Zahnbürsten kann man auf Holzzahnbürsten umsteigen. Sind ganz gut, wenn man sich mal dran gewöhnt hat. Glg, Birgit

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      8. November 2016 at 21:52

      Liebe Birgit,

      danke für deine Anregungen :-) Das Buch „Plastikfreie Zone“ kenne ich noch nicht – muss ich mir mal im Buchladen anschauen. Kennst du „Zero Waste“? Das habe ich mir gekauft und finde es auch richtig gut.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann auch wieder so ein bisschen in den gewohnten Trott verfällt. Im Moment bin ich noch total euphorisch dabei und hoffe einfach, dass möglichst viele neue Gewohnheiten haften bleiben werden, die ich mir gerade versuche anzugewöhnen :-)
      Das Problem mit Biosupermärkten und Plastikverpackungen habe ich auch schon bemerkt. Das ist wirklich blöd – da weiß man nicht so recht, für welches Übel man sich entscheiden soll.
      Ich hoffe ich komme bald dazu meinen nächsten Post zu dem Thema zu schreiben. Ideen und Gedanken habe ich schon jede Menge gesammelt – fehlt nur noch die Zeit ;-)

      LG,
      Kerstin

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