Siebdruck vs. Plotterfolie

Bio, Biostoffe, Kinder, Nachhaltigkeit, Ohne Plastik, Werbung

Früher war es die Stickmaschine, heute ist es der Plotter. So viele tolle Designs und aufgehübschte Klamotten und Taschen lachen mir in meinem Newsfeed bei Facebook, Instagram oder Bloglovin entgegen. Und natürlich stellt sich irgendwann der Wunsch ein: das möchte ich auch gerne machen!

KimonoTee aus NOSH organic fabric

Nachdem ich immer mehr von gemusterten Stoffen abkomme und viel mehr unifarbene oder gestreifte Stoffe vernähe, bietet es sich ja auch an. Hier und da ein Motiv auf dem Shirt oder ein toller Spruch. Das wäre schon cool.

Die Stickmaschine hatte ich mir recht schnell aus dem Kopf geschlagen. Zum einen wegen der Kosten (Maschine, Stickgarn, Stickdateien) und zum anderen mag ich bestickte Klamotten einfach nicht gerne. Taschen damit aufpeppen finde ich genial. Aber Shirts? Nee – das kratzt! Ich bin da echt empfindlich.

Siebdruckverfahren mit Plottervorlage

Die Alternative wäre also der Plotter. Zum Glück gibt es in meiner Bekanntschaft mehrere Plotterbesitzer und so konnte ich mich prima informieren und sogar austesten. Meine Entscheidung viel damals sehr ernüchternd aus: es fällt viel Plastikmüll bei der Sache an. Die Bügelfolien selbst, die Transferfolie und dann würde es sich tatsächlich anbieten eine Transferpresse zu besitzen, wenn man regelmäßig T-Shirts & Co. beplotten will.

Passt alles irgendwie nicht zu mir!

Siebdruck selbermachen

Gibt es noch etwas anderes? Ja! Gibt es tatsächlich:

das Siebdruckverfahren.

Ich bin über Annika (Näh-Connection) und ihrem coolen Krümelmonster-Shirt auf Bobbinhood aufmerksam geworden und habe mir das Starterset dort gekauft. Das ist für mich genau das Richtige!

Das Starterset umfasst einen Holzrahmen mit einem ganz feinen Gewebesieb, den dazu passenden Gummirakel und eine Dose Textilfarbe (natürlich eco-friendly!). Etwas festeres, feucht abwischbares Papier ist ebenfalls beigelegt, aus dem man seine Vorlagen ausschneiden kann.

Stoffdruck - heulender Wolf

Damit kann man loslegen und es funktioniert wirklich hervorragend. Man sollte sich die Vorlage nur mit Bedacht auswählen.

Mein erstes Projekt war direkt ein Schriftzug von HamburgerLiebe: wife – mom – boss. Das war sehr knifflig.

Der Schriftzug selbst muss ja aus der Vorlage ausgeschnitten werden – also im Grunde gerade andersrum als bei Bügelfolie. Das ist bei geschlossenen Buchstaben gar nicht so einfach.

Ich führe das jetzt nicht weiter aus. Lasst es mich so sagen: es war nachher ein Puzzlespiel um die Vorlage vollständig aufs T-Shirt aufzulegen, den Holzrahmen drüberzulegen und die Farbe aufzutragen.

Lieblingsshirt von meine Jungs

Wesentlich einfacher geht das Ganze, wenn man eine Vorlage hat, die wirklich noch komplett an einem Stück ist und einfach an den Holzrahmen von unten mit Malerkrepp befestigt werden kann. Das habe ich als nächstes ausprobiert und das coole Wolfshirt für meinen Mittleren gemacht.

Gesehen hatte ich den Wolf übrigens bei mamimade. Liebe Susanne, du verzeihst mir hoffentlich, dass ich einige Vorlagen bei dir abgeguckt habe. Die Kids waren total hin und weg von dem Wolf, Adler und Drachen, die du auch mit Stofffarben gestaltet hast. Du warst uns hier eine tolle Inspirationsquelle – tausend Dank!

Slub Jersey von NOSH

Beim nächsten Shirt kann ich gerne mal mitfotografieren, wie das Siebdruckverfahren konkret aussieht. Bei Bobbinhood auf Instagram könnt ihr es euch aber auch anschauen – da gibt es immer wieder tolle Live-Videos und es ist total interessant, was man mit diesen doch wenigen Utensilien alles zaubern kann.

Die Vorlagen habe ich übrigens mit der kostenlosen Software Silhouette Studio anhand von Fotos erstellt (also den Wolf – den Schriftzug von HamburgerLiebe findet ihr bei Alles-Für-Selbermacher). Das Zuschneiden der Vorlage kann man von Hand mit dem Cuttermesser machen (oder natürlich mit einem Plotter). Das Schöne dabei ist: es fällt kein Plastikmüll an – und die Vorlage kann nach dem Druckverfahren feucht abgewischt und danach wiederverwendet werden.

organic fabric from NOSH

Sobald das Motiv aufs Shirt übertragen wurde, braucht man die Farbe nur trocknen lassen. Fixiert wird sie durchs Bügeln.

Ich liebe mein neues Shirt und mein Sohn ist hin und weg von seinem Wolf. Alle drei Jungs haben schon Bedarf an weiteren T-Shirts und Pullis mit diversen Motiven darauf angemeldet. Aber gerne doch :-)

Kurzes Fazit:

  • Bio-Stoffe
  • umweltfreundliche Textilfarbe
  • überschaubare Grundausstattung (sowohl von der Menge an Sachen, als auch vom Preis)
  • kreatives, spannendes Tüfteln
  • wunderschöne Klamotten
  • glückliche Kinder & ein zufriedenes ICH :-)

KimonoTee & ShortyLegs

Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt. Habt ihr sowas schon mal ausprobiert? Interessant für euch? Ich kann es kaum erwarten das Adler-Shirt für meinen Großen zu nähen/zu bedrucken. Das wird bestimmt super. Sobald es fertig ist, zeige ich es euch natürlich.

(Die gestreifte Shorts hatte ich euch ja schon hier vorgestellt: klick. Hatte ich auch erwähnt, dass sie ein Lieblings-Sommerurlaubsteil ist?!)

LG,

 

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8 Comments

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    Steffi/herzekleid
    21. September 2017 at 9:03

    Ja, das finde ich sehr spannend! Ich mag mir auch keinen Plotter anschaffen und mag auch diese Plastikfolien nicht – auch, weil ich finde, dass sich die aufgebügelten Folien (v.a. bei größeren Motiven) gar nicht gut anfühlen.
    Mit Stoffmalfarbe und Schablonen hab ich schon öfter experimentiert, aber so „richtig“ mit Siebdruck noch nicht – würd ich aber sehr gerne ausprobieren. Was für „eco friendly“ Farben hast Du verwendet?
    Liebe Grüße,
    Steffi

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      21. September 2017 at 19:47

      Liebe Steffi,

      ich habe die Farben von Bobbinhood verwendet, welche als eco-friendly ausgezeichnet sind. Bei Gelegenheit würde ich auch gerne die Farben von siebenblau testen. Die hören sich auch richtig toll an :-)
      Und ich stimme dir zu: Farbe fühlt sich besser an als Plotterfolie!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Pe-Twin-kel
    21. September 2017 at 10:48

    Hört sich spannend an und gar nicht so kompliziert wie ich immer dachte, hm, schau ich mir gern mal genauer an. Ich stehe ja auf Schablonen mit Stofffarbe. Die Shirts sind top, gefallen mir richtig gut.
    LG,
    Petra

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      21. September 2017 at 19:48

      Danke Petra :-)
      Ich dachte auch immer, dass Siebdruck eine Wissenschaft für sich ist. Da gibt es auch richtig tolle Verfahren, die kompliziert sind, aber ein Top-Ergebnis liefern. Für meine Zwecke reicht aber dieses Starterset mit dem Gewebesieb völlig aus und erfüllt seinen Zweck :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    mo*
    22. September 2017 at 20:42

    Oh, Kerstin, das ist ja mal n guter Tipp!

    Ich habe bisher schon ne Menge geplottet aber leider sind sie nach ein paar Wäschen doch wieder ab und man muss ständig nachbügeln… nicht sehr überzeugend.

    Hast du schon die Haltbarkeit der Farbe getestet?? Das würde mich schon noch mal interessieren. Der Rahmen kommt auf meinen Wunschzettel!

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      25. September 2017 at 22:04

      Je nach Folie hält das Plotterbild glaube ich unterschiedlich gut oder schlecht. Oder man hat eine Transferpresse – das funktioniert natürlich hervorragend.

      Was die Haltbarkeit der Farbe angeht: ich habe die Shirts bislang erst 5-6 mal gewaschen. Das hat der Farbe jedenfalls mal keinen Abbruch getan :-) Ich hoffe es bleibt so!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Marijke
    29. September 2017 at 20:13

    Hach liebe Kerstin,
    ich mag deinen Blog so gern! Und dieser Post ist wieder mal ein perfektes Beispiel dafür, warum! Du bist wirklich authentisch! Es gibt ja mittlerweile so einige Blogs, die Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit aufgreifen (ist ja auch „in“…), aber früher oder später kommen dann Sachen, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln und mich fragen kann, ob die guten Damen denn überhaupt ihre eigenen Posts mal lesen. Diese Plotterei finde ich wirklich furchtbar, eben aus dem Grunde, dass der Müll fürchterlich ist und außerdem sollte man sich auch einmal darüber Gedanken mache, dass sich das Zeug, dass man auf die Klamotten bügelt früher oder später bei der Wäsche auflöst… und das Thema Mikroplastik im Abwasser/Meer sollte doch für niemanden neu sein…
    Sich dann wie du eine andere Methode zu suchen um trotzdem tolle Sachen zaubern zu können finde ich wirklich echt und ehrlich und hach, einfach toll!
    Ein riesengroßes Lob von mir und auch ein DANKE für deine tollen Posts, die ich immer mit Begeisterung lese!
    Viele liebe Grüße
    Marijke

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      4. Oktober 2017 at 19:02

      Liebe Marijke,

      vielen lieben Dank für deinen wahnsinnig netten Kommentar :-) Ich hab mich richtig über dein Lob gefreut. Manchmal geht es einem ja schon so, dass man gar nicht so genau weiß, wofür oder für wen man seine Posts eigentlich verfasst bzw. ob sie überhaupt jemanden wirklich interessieren.
      Schön zu hören, dass meine Themen durchaus auf Interesse stoßen!
      Ich freu mich, wenn du weiterhin mitliest :-)

      LG,
      Kerstin

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