Ganz ohne Plastik – geht das überhaupt?

Nachhaltigkeit, Ohne Plastik

Ich hatte euch ja versprochen weiter über meine Bemühungen zum Thema Nachhaltigkeit, Plastikfrei und Zero Waste zu berichten. Im Hintergrund habe ich schon jede Menge Themenbereiche angefasst – nur zum Aufbereiten, Strukturieren und Bloggen komme ich gerade sehr wenig.

Als kleinen Zwischenbericht wollte ich euch meine Gedanken zum Thema wasserabweisende Materialien aufschreiben. Das betrifft ganz klar das Thema Plastik: Polyester, Softshell, Nylon, Neopren, Wachstuch, beschichtete Baumwolle, Kunstleder, LKW-Plane – das alles ist nichts anderes als Plastik – zumindest größtenteils.ShoppingBag

Gerade Kunstleder und beschichtete Baumwolle bzw. Wachstuch habe ich lange Zeit sehr gerne vernäht und mir keine Gedanken darüber gemacht. Inzwischen habe ich entschieden nur noch wenig bzw. das Notwendigste aus den genannten Materialien herzustellen. In vielen Fällen kann man nämlich auch darauf verzichten. Der Kulturbeutel und die Badetasche können aus Wachstuch genäht sein – es geht aber auch Baumwolle. Stofftaschen haben zudem den Vorteil, dass sie einfacher und beliebig oft in die Waschmaschine gesteckt werden können.

Aber wie schon gesagt – in manchen Bereichen kann man auf den wasserabweisenden Effekt nicht wirklich verzichten. Wer schon mal mit dem Fahrrad im Dauerregen unterwegs war, der weiß dass die Tasche mit Büchern und Heften wirklich trocken bleiben sollte :-)Lenkertasche

Genau für diesen Fall ist übrigens auch die hier gezeigte Punktetasche für eine liebe Bekannte entstanden. Da sie jeden Tag mit dem Fahrrad ins Geschäft fährt, suchte sie nach einer Umhängetasche, die perfekt im Fahrradkorb Platz findet und gleichzeitig vor Regen schützt. Hier macht das vernähte Wachstuch absolut Sinn.

Mit dem Fahrrad bin ich in der Zwischenzeit selbst auch jeden Tag unterwegs – egal bei welchem Wetter. Und mit was habe ich mich ausgestattet? Mit einer Softshelljacke, Regenhose und warmen, wasserabweisenden Handschuhen. Anders geht es einfach nicht. Und hier machen die wasserabweisenden Kunststoffmaterialien auch absolut Sinn.Fahrradkorb Tasche

Ansonsten versuche ich nicht nur Kunstfaser beim Nähen sondern auch bei gekaufter Kleidung zu vermeiden. Wusstet ihr, dass bei jedem Waschgang Microplastik von Funktionsklamotten in unser Wasser gespült wird? Microplastik ist in der Zwischenzeit ein rießiges Problem, da es von den Kläranlagen nicht gefiltert werden kann und so in Flüsse, Seen und das Meer gelangt. Zum einen über Kunstfasern, zum anderen über diverse Zahnpastas, Shampoos & Duschgels.

Das Problem an Plastik und Microplastik im Wasser ist, dass es gefährlich für die Tiere und Pflanzen ist. Es ist voller Schadstoffe, wird mit Nahrung verwechselt und landet letztlich auch wieder auf unserem Teller in Form von Fisch und Meerestieren. Wenn ihr euch etwas näher mit dem Thema auseinandersetzten wollt, dann kann ich euch diesen Artikel von Utopia empfehlen: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür?

Plastikfrei geht nicht immer

Mein Fazit zu wasserabweisenden Materialien: 100% plastikfrei kann und will ich in diesem Bereich nicht leben. Aber ich werde meine Bestände an Kunstleder und Wachstuch aufbrauchen und keine neuen nachkaufen. Outdoor-Klamotten aus Kunstfaser sind in Ordnung – für den Alltag & den Sport lieber Naturfasern, wie Baumwolle :-)

Es würde mich wahnsinnig interessieren, wie ihr zu dem Thema steht und damit umgeht. Schreibt mir eure Meinung!

LG,

Kerstin

 

 

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9 Comments

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    Britta
    15. November 2016 at 23:27

    Hallo Kerstin,
    ich bin auf dem Weg zur Arbeit auch mit dem Rad unterwegs und brauche dafür auch wasserdichte Kleidung und Tasche. Diese Dinge tragen wir aber doch auch eine ganze Weile, so dass ich das gut vertreten kann. Wichtiger finde ich, dass beim Einkaufen so weit es geht auf Plastik verzichtet wird, denn Umverpackungen und oft auch die Plastiktüten landen nach einmaligem Verbrauch im Müll. Da muß es ein Umdenken geben und ein erster Schritt ist ja auch schon getan, in dem es Supermärkte gibt, die auf Plastiktüten verzichten, oder sie zumindest Geld kosten.
    LG, Britta

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      17. November 2016 at 20:34

      Liebe Britta,

      da hast du natürlich absolut recht. Bei Dingen, die man länger in Gebrauch hat, ist das Plastik durchaus vertretbar. Die Einmal-Wegwerfsachen sind die Schlimmsten. Aber allgemein möchte ich einfach versuchen soweit es geht auf Plastik zu verzichten und ich glaube die meisten Leute verbinden Plastik und Kunstfaser gar nicht miteinander.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Katja
    16. November 2016 at 10:58

    Ja,lieber Kleidung mit Plastik und tausende Kilometer ohne AUTO bewältigen ! Sonst fährt man bei Regen mit der Stoff-Tasche lieber im Auto,und das nur,damit nichts nass wird. Das muss im Verhältnis bleiben. LG Katja

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      17. November 2016 at 20:36

      Definitiv!!! Und ich liebe es mit dem Fahrrad zu fahren. Man gewöhnt sich total daran – auch bei schlechtem Wetter macht es mir nichts mehr aus. Klar fahre ich lieber, wenn die Sonne scheint. Aber am liebsten lasse ich das Auto komplett stehen :-) und dass ist Regenkleidung und eine Tasche aus Wachstuch allemal wert :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Nähkäschtle
    16. November 2016 at 18:58

    Als Biologin und Chemikerin bin ich mir des Plastikproblems sehr bewusst – jedoch geht es auch bei uns nicht ganz ohne. Gerade auf die von dir angesprochenen Outdoorjacken möchte auch ich im Alltag nicht verzichten. Aber ich trage meine Jacke jetzt seit 14 Jahren fast das ganze Jahr über – mal mit einer dicken Baumwollsteppjacke drinnen und sonst ohne. Auch besitze ich noch immer die alten T…dosen meiner Oma und die nutze ich auch bis sie hinüber sind – dann werde ich mich nach guten Alternativen umsehen; meinem Sohn vertraue ich für sein Joghurt auch noch keine Gläser etc. an … aber in vielen Bereichen geht es wirklich relativ leicht ohne, wenn man sich dessen mal bewusst ist. Gerade bei Stiften, Schultaschen etc. bin ich immer wieder schockiert was meine Schüler da so treiben … und sie selber auch, wenn man es ihnen erklärt. LG Ingrid

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      17. November 2016 at 20:39

      Liebe Ingrid,

      da beneide ich dich um dein Hintergrundwissen. Ich bin da ein absoluter Laie. Aber wenn man sich ein bisschen informiert und nachdenkt, findet man jede Menge Bereiche in denen man sinnvoller und nachhaltiger Einkaufen und Konsumieren kann. Schulsachen ist definitiv auch so ein Bereich. Da bin ich gerade auch dran :-)
      Ich finde es super, dass du deine Schüler auch darauf hinweist. Von irgendwoher müssen die Kids das ja auch mal gesagt bekommen. Woher sollen sie es sonst wissen.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Anonym
    16. November 2016 at 21:30

    Moin!
    Danke! Es gibt aber einen wasserdichten und atmungsaktiven Stoff aus Baumwolle, ohne Kunststoffe, der ist dafür entsprechend gearbeitet. Genau überprüft habe ich das allerdings nicht. Ein Bekannter (Gärtner) hat sich eine Jacke aus solchem Stoff für die tägliche Arbeit im Freien gekauft und ich hatte ihn als Meterware bei extremtextil entdeckt, aber nicht gekauft. Den Namen konnte ich mir leider nicht merken.
    Gruß!

  • Reply
    Kerstin Heinrich
    17. November 2016 at 20:41

    Danke für den Hinweis. Das macht mich natürlich neugierig – ich werde mal stöbern gehen, ob ich etwas dazu finde :-) Danke!

  • Reply
    Verena Tüscher
    17. November 2016 at 21:54

    Liebe Kerstin
    Da geht es dir genau wie mir. Ich vertiefe mich auch immer mehr in dieses Thema und auch beim Nähen und habe mir auch vorgenommen nur noch im „Notfall“ Wachstuch und Co. zu kaufen. Ich hatte irgendwo einmal gelesen, dass man die Stoffe auch selber wachsen kann um sie wasserdicht hinzubekommen. Das möchte ich einmal auspropieren, gerade für Taschen wäre das toll.
    Herzliche Grüsse
    Verena

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