Weniger ist mehr – Minimalismus

Allgemein, Nachhaltigkeit

Na – schon mit dem Frühjahrsputz angefangen? Sobald die Tage länger und sonniger werden, habe ich das Gefühl das ganze Haus auf Vordermann bringen zu müssen. Kennt ihr das? Wobei ich im Moment eher mal wieder eine Entrümpelungs- und Ausmist-Aktion mache statt eines Frühjahrsputz. Aber das ist vielleicht auch gut so: erst ausmisten und dann aufräumen.

Immer wieder nehme ich mir ein Zimmer, einen Schrank oder einfach nur eine Schublade vor und stelle sie komplett auf den Kopf und miste aus.Simplify your life

Ein Jäger und Sammler war ich eigentlich noch nie. Aber das muss man auch gar nicht sein und trotzdem füllen sich irgendwann alle Schränke und Regale fast von allein (so kommt es mir zumindest manchmal vor). Als wir vor 12 Jahren in unser Haus eingezogen sind, hatten wir jede Menge Platz und sogar ein komplett freies und leerstehendes Zimmer, mit dem wir nichts anzufangen wussten. Ok – das hat sich schnell geändert. Vor allem, weil wir in der Zwischenzeit 3 Kinder haben und allein dadurch schon mehr Raumbedarf besteht und natürlich auch mehr Zeug anfällt.

Abgesehen davon schleichen sich nach und nach so einige Besitztümer ins Haus, von denen man

A – überzeugt war sie zu brauchen

B – sie einfach hübsch aussehen

C – die beste Freundin sie auch hat oder

D – sie zu diversen Anlässen geschenkt bekommen hat.

Sind die Gegenstände erst einmal im Haus und haben einen Platz bekommen, trennt man sich oftmals schwer wieder davon. Immerhin haben sie Geld gekostet – Geschenke wirft man nicht einfach weg – bestimmt braucht man den Gegenstand genau dann, wenn man ihn nicht mehr hat…

Alles Gründe, warum man Sachen behält und nicht ausmistet. ABER – es lohnt sich trotzdem dies zu tun. Ich kann euch nur empfehlen: verräumt eure Sachen nicht nur – sondern entrümpelt sie. Es ist ein unbeschreiblich befreiendes Gefühl!

So seltsam es vielleicht klingen mag – zuviele Sachen zu besitzen, erdrückt einen regelrecht und schränkt ein. Je mehr Dinge ich aufbewahre, um desto mehr Dinge muss ich mich kümmern. Ich muss organisieren, sortieren, aufräumen, umräumen – mich darum kümmern.

Wenn der Platz im Regal oder Schrank ausgeht, dann muss ein zusätzliches Regal her, oder? Nein – eben nicht. Dann muss der Schrank einfach mal ausgemistet werden. Es ist unglaublich, was dabei so alles wieder auftaucht. Dinge von denen man gar nicht mehr wusste das man sie hat oder warum man sie eigentlich gekauft hat. (Das ist dann übrigens ein Gegenstand der getrost entsorgt werden kann!)

Dieses Ausmisten wird übrigens als Simplify oder Minimalismus bezeichnet und ist absolut im  Trend. Es gibt einen tollen englischen Blog zu dem Thema, den ich euch nur empfehlen kann: Becoming Minimalist.

Und wie geht man das Ganze am Besten an? Nehmt euch nicht zuviel auf einmal vor. Das ganze Haus an einem Wochenende durchzugehen ist unmöglich und man verliert schnell die Lust dabei. Am Besten nimmt man sich ein Zimmer nach dem anderen vor. Oder beginnt mit einem Schrank. Räumt den Schrank komplett aus und dann wieder ein. Dabei kommen nur die Sachen, die ihr auch wirklich verwendet wieder hinein. Und die Dinge, die ihr nicht mehr haben wollte? Die werden am Besten so schnell wie möglich aus dem Haus geschafft, bevor man es sich nochmal anders überlegen kann. Abhängig davon worum es sich handelt, kann man die Sachen weiterverschenken, bei ebay verkaufen, spenden oder direkt in den Mülleimer werfen.

Und was hat das jetzt alles mit meinem Nähblog zu tun? Meine Ausmist- und Entrümpelungsaktion hat natürlich auch vor meinem Nähzimmer nicht halt gemacht. Bereits vor 3 oder 4 Monaten habe ich Stoffe, Garne, Nähzubehör und Schnittmuster gesichtet, sortiert, aufgeräumt UND aussortiert. Einige Sachen habe ich an Freundinnen weitergegeben, die ebenfalls nähen und sich darüber gefreut haben. Manche Stoffe und Garne habe ich an die Diakonie im Nachbarort gespendet – dort findet immer wieder ein Flohmarkt für Haushaltswaren statt und dort werden auch gerne Handarbeitsmaterialien verkauft.Minimalismus

Belohnt wurde ich übrigens nach meiner Ausmistaktion im Nähzimmer von einem übersichtlichen Arbeitsbereich.

Platz im Raum und Platz im Kopf für neues kreatives Arbeiten. Einfach wunderbar :-)

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr eher Jäger & Sammler oder Minimalisten?

LG,

 

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19 Comments

  • Reply
    Mara
    11. März 2017 at 8:59

    Liebe Kerstin,
    Zum Minimalist werde ich sicher nicht mehr aber entrümpelt wird hier auch gerade…Um den Ansporn nicht zu verlieren, mach ich bei 40bags in 40days mit…Und ich muss sagen, es ist überraschend, wie schnell die Mülltüten voll sind! Selbst mich von alten Stoffen zu trennen fand ich nicht so schwer, man muss halt einfach nur anfangen, dann geht jede Ecke ganz fix hihihi
    Ein paar Wochen dauert der Spaß noch und ich bin schon gespannt, ob ich nicht hinterher eh weitermache…
    Viel Spaß beim Frühjahrsputz! Alles Liebe, Mara

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:33

      Liebe Mara,

      von der 40bags-40days Aktion habe ich neulich auch irgendwo gelesen. Vielleicht ein guter Start um das Thema anzugehen.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mal besser und mal schlechter klappt mit dem konsequenten „wenig besitzen“. Wenn man mal alles durchgegangen ist, ist die Schwierigkeit keine neuen, unnötigen Sachen ins Haus zu lassen. Ich versuche beispielsweise nur neue Sachen zu kaufen, wenn dafür auch etwas altes „weggeht“.
      Klappt nicht immer – aber immer besser ;-)

      Viel Spaß und Erfolg bei der Aktion,
      Kerstin

  • Reply
    Bärbel
    11. März 2017 at 13:04

    Daran arbeite ich auch gerade.
    Habe letzte Woche 4 große Kartons Stoffe an „Nähen für Frühchen“ gespendet und gleich weggegeben.
    Die haben sich gefreut und ich auch. Denn es hat ein bißchen Platz geschaffen.
    LG Bärbel

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:35

      Liebe Bärbel,

      das finde ich super. Es ist immer toll, wenn man anderen noch eine Freude machen kann. Oft hat man soviel Sachen daheim (Klamotten, Stoffe, Geschirr, etc.), die man selbst nicht braucht, andere aber schon. Dann ist so eine Lösung doch perfekt!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Annette Mertens
    11. März 2017 at 14:29

    Aufräumen- Ausmisten – für mich immer ein Riesenproblem! Dein Post ist ganz richtig – ich kann dazu ein ganz tolles Buch empfehlen, das mich endlich zum Umdenken bewegt hat und nach jahrelangen vergeblichen Anläufen geholfen hat, endlich meine Chaoszimmer in Griff zu kriegen: „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. wirklich umwerfend. Danach hat man Riesenfreude am Aufräumen und Entrümpeln!
    vg
    Annette

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:36

      Liebe Annette,

      von dem Buch habe ich auch schon gehört. Es soll toll sein. Und so ein bisschen Anregungen hin und wieder über Bücher, Blogbeiträge oder den Austausch mit Freunden finde ich eine tolle Sache :-)

      Weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Aufräumen und Entrümplen liebe Annette,
      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Angela
    11. März 2017 at 23:53

    Ich sammle noch und versuche aber minimalistisch zu werden (was erschwert wird durch einen Partner, der gar nichts davon hält…). Das Buch von mari Kondo habe ich verschlungen, und den Blog become Minimalist lese ich auch von Zeit zu Zeit, aber so richtig durchringen kann ich mich oft nicht. Immerhin habe ich letztens rund 100 Bücher verschenkt, ist doch ein Anfang?

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:39

      Liebe Angela,

      aller Anfang ich schwer :-)
      Ich finde es gut, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt. Aber es ist zugegebenermaßen sehr schwer, wenn der Partner nicht mitzieht. Bei uns war es auch etwas Überzeugungsarbeit. In der Zwischenzeit ist mein Mann total bei mir und findet es super. Von daher – keine Panik – vielleicht klappt es in kleinen Schritten und deine Bücher sind ein toller Anfang!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Ulrikes Smaating
    12. März 2017 at 4:32

    Hej Kerstin,
    bei mir hat sich auch so einiges angesammelt, gerade im Nähzimmer. Besonders heftig wird es auch bei Stoffresten, die ich einfach ungerne wegwerfen mag. Wir haben deshalb im Februar eine Linkparty zum Thema Stoffresteverwertung und entrümpeln im Nähzimmer gemacht, da kamen super Ideen zu tage :0) und weil das so schön war, haben wir eine monatliche Linkparty gestartet, wieder unter unserem Motto“ Wir machen klar Schiff!“
    https://wirmachenklarschiff.blogspot.dk/
    Wenn Du Lust hast, schau mal vorbei, Du kannst auch gerne Sachen dort verlinken :0)
    Ganz LG aus Dänemark und schönen Sonntag, Ulrike :0)

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:42

      Liebe Ulrike,

      danke für den Tipp und den Link mit der Linkparty. Da kann man sich prima Ideen für die Stoffresteverwertung holen :-) Und Stoffreste hat einfach jeder, der näht! Mir fällt es auch sehr schwer die Reste wegzuwerfen. Ich habe vor Weihnachten 3 große Pakete mit Resten an Freundinnen verschickt, die diese gerne weiterverarbeiten wollten.
      Das hat gut Platz in meiner Restekiste geschafft. Aber ich bin mir sicher, dass sie auch schnell wieder voll ist ;-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    carlinda
    12. März 2017 at 9:14

    Einmal im Jahr, meistens im Frühjahr bin ich am ausortieren und obwohl ich denke ich habe nicht viel sammelt sich viel. Bei Klamotten bin ich mittlerweile so , das ich nur kaufe wenn ich etwas ich wirklich brauch, oder aussortiert habe .
    lg carlinda

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:44

      Liebe Carlinda,

      das ist definitiv der richtige Ansatz. Ich versuche das gerade auch beim Nähen so zu machen: es werden nur Klamotten genäht, die auch tatsächlcih benötigt werden. Oder es werden nur Schuhe gekauft, wenn die alten Schuhe kaputt sind.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Nähkäschtle
    12. März 2017 at 23:38

    Hier ist ein Minimalist. Schon immer habe ich jedes Jahr jeden Schrank, jedes Zimmer und jeden Keller ausgeräumt und ausgemistet. Da ich auch nicht viel jage und sammle geht das wirklich relativ schnell und ich in immer froh auf einen Griff alles zu finden. Die Schwierigkeiten, die andere damit oft haben, kann ich deshalb nurwenig nachollziehen. Vielleicht liegts auch dran das ich aus Schwaben komme … lach. Liebe Grüße Ingrid

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:47

      hihi… mag vielleicht am Schwabenländle liegen. Wobei – dann kann man die Sachen auch nicht so recht hergeben, denn sie haben ja Geld gekostet :-)
      Ich bin vom Prinzip her genauso wie du schon immer recht minimalistisch unterwegs gewesen. Aber ich habe mich schon etwas anstecken lassen von den Aussagen um mich herum: „Das kannst du bestimmt noch irgendwann gebrauchen.“
      Komischerweise hat sich dann doch so einiges angesammelt. Aber wir sind jetzt gerade echt auf einem guten Weg und das Schöne ist, man hat irgendwie viel mehr das Gefühl alles im Griff zu haben und ist auch schneller mit aufräumen und putzen fertig, wenn man weniger besitzt!

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Renate
    13. März 2017 at 17:36

    Liebe Kerstin,
    vielleicht gefällt dir dieses Buch auch so gut wie mir: von Karen Kingston, Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags.
    Einfach genieal. befreiend und erlösend. Und so toll erklärt.
    Ich lese es immer wieder, weil es mich immer wieder ein Stück befreit von einfach zu Viel!!
    LG Renate

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:47

      Danke für den Tipp Renate – das Buch werde ich mir gerne mal anschauen.
      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Lilo
    23. März 2017 at 10:26

    Den Artikel musste ich jetzt sofort lesen. Ich bin ganz klar ein Minimalist und hätte gerne VIEL weniger Sachen. Mit 4 Kindern allerdings nicht so ganz einfach. Was die alles anschleppen…. ;)
    Ich hatte letztes Jahr so einen Rappel und bin wirklich Zimmer für Zimmer durchgegangen, das hat 3 Wochen gedauert. Ich könnte aber schon wieder von vorne anfangen!

    Lg
    Lilo

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      26. März 2017 at 16:52

      Liebe LILO,

      ich kann dich gut verstehen. Bei meinen drei Kids sieht es im Kinderzimmer auch ziemlich wild aus. Obwohl ich versuche wenig zu kaufen und gerne versuche andere Geschenke zu machen: Ausflüge, Gutscheine, etc.
      Manchmal gar nicht so einfach und ich muss mich in meinem Ausmistwahn auch manchmal bremsen, wenn es um die Spielsachen geht. Da versuche ich die Kinder mit ins Boot zu holen. Denn auch die merken irgendwann: aufgeräumt ist viel schneller, wenn man nicht soviele Sachen hat.

      Und letztlich spielen die Kids meisten sowieso mit den Lieblingsspielsachen und man braucht nicht immer jedes neuste Teil, nur weil es der beste Freund auch hat. Leichter gesagt als umgesetzt – aber wir arbeiten daran :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Ani Lorak
    25. März 2017 at 20:00

    Ich bin Jägerin und Sammlerin, aber auch ich habe letztes Jahr in der Fastenzeit an jedem.Tag 1 kleine Ecke geräumt. Versuche es auch jetzt wieder. Als nächstes sind die Stoffe dran. Ich werde mich trennen und 1 Karton an einem Verein schicken, der für Sternenkinder näht. Mein Kleiderschrank war im Frühjahr dran und ich werde da sicher nochmal durchgehen nach meiner Farbberstung und mit dem Wissen, welche Farben mich strahlen lassen. Als Jägerin und Sammlerin trenne ich mich schwerer und halte eher daran fest… aber dann habe ich noch ein wenig mehr als ein reiner Minimalist…

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