Zero Waste: Deo selbermachen

Nachhaltigkeit, Ohne Plastik

Seit Ewigkeiten liegen diese Fotos schon auf meiner Festplatte herum. Den passenden Blogpost wollte ich bereits vor Monaten schreiben. Irgendwie kam immer etwas anderes dazwischen.Deo ganz einfach selbermachen

Aber jetzt sind Sommerferien – hier wird fleißig ausgemistet, sortiert, aufgeräumt, entrümpelt, vereinfacht (nebenbei natürlich auch gefaulenzt, gelesen, gespielt usw.). Jedenfalls bin ich bei der Gelegenheit wieder auf die Fotos gestoßen und wollte endlich Nägel mit Köpfen machen.

Es gab ja schon diverse Beiträge von mir über Minimalismus, Nachhaltigkeit und plastikfreies Leben – abseits bzw. ergänzend zu meinen sonstigen Themen: Biostoffe & Nähen. Ich sollte vielleicht mal eine eigene Kategorie für diese Art der Beiträge erstellen?! Wie auch immer – heute soll es um Zero Waste gehen: Müllvermeidung.

ZeroWaste Buch

Das Thema lief mir im Internet und in der Zeitung schon einige Mal über den Weg und als ich dann im Buchladen über das Zero Waste Buch von Shia Su (Wasteland Rebel) gestolpert bin, war ich total fasziniert. Eine wirkliche Kaufempfehlung – ich finde es super aufbereitet und lese immer wieder gerne darin nach.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt (logisch!) und jedes befasst sich mit einem Lebensbereich und den Möglichkeiten in diesem Bereich Müll zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Auf diese Art kann man sich an das Thema langsam herantasten. Zero Waste erfordert eine ziemliche Umstellung und ich behaupte einfach mal, dass das niemand von heute auf morgen schafft.Müllvermeidung

Stattdessen kann man sich einen Bereich seines Alltags herauspicken und diesen umkrempeln. Wenn das dann gut klappt und sich eingespielt hat, kann man zum nächsten Bereich übergehen und so das eigene Kauf- und Konsumverhalten nach und nach umstellen.

Ich bin noch lange nicht am Ende angekommen und zugegebenermaßen werde ich wohl nie soweit sein wie Shia und den Abfall eines ganzen Jahres in ein Einmachglas unterbringen können. Das erscheint mir nach wie vor utopisch. Aber wie in so vielen Bereichen gilt es auch hier: man muss keine 100% anstreben. Ich muss Zero Waste nicht im wahrsten Sinne des Wortes umsetzen. Aber ich kann mich mit dem Thema beschäftigen und soviel wie möglich Müll vermeiden.

Soviel zum Allgemeinen. Speziell wollte ich mir heute den Bereich Körperpflege herauspicken.Deo einfach selbermachen

Bevor ich das Buch gelesen hatte, hatte ich ehrlichweise nie darüber nachgedacht, dass jedes Shampoo, jedes Duschgel, jede Creme und jedes Deo unnötigen Plastikmüll produziert und Ressourcen verschwendet. Dabei gibt es eigentlich so einfache Alternativen:

Statt Shampoo und Duschgel verwende ich in der Zwischenzeit eine Seife. Es gibt Haarseifen, Duschseifen und was weiß ich noch alles. Ich habe mir einfach eine gut riechende Seife aus dem Unverpackt Laden in Stuttgart ausgesucht (mit meinen kurzen Haaren brauche ich nichts spezielles) und bin damit super zufrieden. Habt ihr mal ausgerechnet wieviele Plastikflaschen an Duschgel oder Shampoo im Laufe der Zeit in eurem Mülleimer landen? Da sammelt sich ganz schön was an!

Und Deo? Deo mische ich mir anhand der Anleitung aus dem Zero Waste Buch einfach selbst. Das Schöne dabei ist: man braucht kaum Zutaten, es ist günstig, es ist schnell, es riecht gut, es wirkt gut und es enthält keine schädlichen Bestandteile wie Aluminium oder ähnliches.

Zutaten zum Deo selbermachen

Und so geht’s:

  • 50ml Wasser abkochen und etwas abkühlen lassen
  • 1 Teelöffel Natron
  • 1 Tropfen Teebaumöl (wirkt antibakteriell)
  • 8 Tropfen Limettenöl

Alles in einen Deo-Glasroller füllen (gibt es in der Apotheke), kräftig schütteln und schon ist das Deo fertig :-)

Ich verwende diese Art von Deo jetzt schon ein dreiviertel Jahr und bin wirklich super zufrieden damit. Es riecht gut, aber unaufdringlich und wirkt genausgut gegen Schweißgeruch wie jedes Kaufdeo auch. Probiert es doch einfach mal aus.

Lediglich bei der Creme bin ich bislang gescheitert. Im Buch (und auf diversen Zero Waste Blogs) wird Bio-Öl, welches zum Backen und Kochen verwendet wird, empfohlen. Dagegen gibt es eigentlich nichts einzuwenden. Immerhin wird dieses Öl sogar besser kontrolliert und ist hochwertiger als jede Creme. Aber ich bin mit der Konsistenz einfach nicht klargekommen. Irgendwie habe immer einen Teil verschüttet, wenn ich mich einölen wollte.

Naja – ich denke es ist ein Teilerfolg beim Thema Körperpflege: Duschgel-, Shampoo- und Deo-Verpackung vermeidet – Creme & Haargel-Verpackung noch im Einsatz. Vielleicht gehe ich das Thema demnächst nochmal an und versuche weitere Alternativen zu finden :-)

Wie sieht es mit euch aus? Neugierig geworden? Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt….

LG,

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14 Comments

  • Reply
    Iggy
    23. August 2017 at 21:50

    Ich bin da zur Zeit ähnlich unterwegs. Beim Shampoo hatte ich mal eine Variante aus Kamillentee, Natron und Teebaumöl getestet. Im Moment bin ich wieder auf ein mildes Shampoo von Lavera gegangen. Mein Natron ist zu grobkörnig gewesen. Das merke ich jetzt auch bei meinem Deo. Das mache ich aus Kokosöl, Natron und Teebaumöl. Ich mag den Geruch von Kokos gern. Nur eben wieder das zu große Natron. Ich reibe die Achseln ein und lass es dann kurz einwirken. Dann reibe ich nochmal mit nem Handtuch drüber um die Körnchen vom Natron loszuwerden. Denn sonst hat man, auch auf dunklen Shirts gut sichtbar einen leichten weißen Gries ;) Ich nutze auch einfach das Kokosfett als Creme nachm Duschen und fürs Gesicht. Das Creme- und Tübchen- Regal ist zur Zeit herrlich leer und ich bin mit der Wirkung der Sachen sehr zufrieden! Einzig die Tatsache, dass Kokosöl eine so weite Reise hinter sich hat, die gefällt mir noch nicht so.
    Liebe Grüße Iggy

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:29

      Ein Rezept mit Kokusöl hatte ich mir auch zunächst angeschaut. Aber da war ich mir dann unsicher, ob das nicht schnell ranzig wird, wenn es länger im Schrank steht?
      Ich wusste gar nicht, dass es verschieden körniges Natron gibt. Da hatte ich mit meinem Wohl Glück. Es ist super fein und gibt auch keinerlei Rückstände.
      Ein bisschen ausprobieren und testen gehört wohl einfach dazu – schön, dass du eine gute Variante für dich gefunden hast :-)
      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Nähbegeisterte
    24. August 2017 at 5:52

    Liebe Kerstin,
    ich liebe es ja Sachen selber zu machen…und gerade bei Cremes, Deo ect. weiß Frau ja auch nie was da so genau drin ist.
    Da ist selbermachen manchmal eine super Alternative…allerdings wenn man auf seinen Müll achtet und ihn trennt kann durch Recycling auch schon eine Menge wieder benutzt werden….gerade im Plastikbereich. :)
    Aber seinen Lebensstyle zu überdenken ist immer eine gute Sachen und manchmal braucht man einfach einen Schubs.
    Vielen Dank für die Vorstellung des Buches…

    …. und noch viel Spaß im unverpackt Laden wünscht die Nähbegeisterte

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:35

      Du hast natürlich recht, dass im Bereich Plastik auch recycelt wird. Allerdings viel weniger, als allgemein vermutet wird. Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel darüber geschrieben: http://www.keko-kreativ.de/plastik-planet/

      Die Zahlen die ich dazu gefunden habe besagen, dass gerade mal 26% des Plastikmülls in der EU recycelt wird. Das ist nicht gerade viel und ist zudem energieaufwendig.

      Ich will gar nicht gegen Recycling reden – es ist definitiv eine gute Sache und enorm wichtig. Aber noch besser als recyceln ist vermeiden! Das gelingt mir leider auch nicht immer – aber wie du schon schreibst: immer mal wieder seinen Lebensstil überdenken und manchmal findet man wieder einen kleinen Bereich, den man verändern kann :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Katja
    24. August 2017 at 9:29

    Ich bin seit neustem ebenfalls auf eine Variante mit Kokosöl, Natron und Teebaumöl umgestiegen und komme damit prima klar. Das Kokosöl wird ja – kühl gelagert – fest, daher habe ich keine probleme beim Auftragen. Ich verwende das Natron für die Küche, das ist sehr fein gemahlen, da habe ich auch keine „Bröselprobleme“ ;-)
    LG, Katja

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:36

      Hallo Katja,

      ja, genau. Da Natron verwende ich auch und es ist sehr fein und macht zum Glück keine Bröselprobleme :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Steffi/herzekleid
    24. August 2017 at 11:08

    Ja, neugierig geworden! Es gibt noch so viel auszuprobieren, anders zu machen… ich schaffe es auch nicht, immer 100% oder auch nur 50 oder 70% nachhaltig zu leben, aber ich finde jeden Gedankenanstoß wertvoll und spannend!
    Liebe Grüße,
    Steffi

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:39

      Liebe Steffi,

      ich freu mich, wenn ich einen Gedankenanstoß geben kann :-) Gerade dafür finde ich den Blog perfekt!

      Liebe Grüße,
      Kerstin

  • Reply
    Sabine Milbrandt
    25. August 2017 at 17:43

    ich benutze seit der geburt vom kleinen, also seit über zwei jahren, gar kein deo mehr, es hat sich noch keiner beschwert ;-), weiter so! liebe grüße von sabine

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:40

      Das hab ich auch schon probiert – aber irgendwie klappt das bei mir nicht ganz ohne :-) Ich mag mich dann selbst nicht riechen ;-)

  • Reply
    HoBiMaCh
    28. August 2017 at 9:23

    In Sachen Nachhaltigkeit gibt es viel zu tun, also weiter so! Ich bin seit 1991 absoluter Tupper-Fan, wie geht das mit Nachhaltigkeit zusammen? Ganz einfach: das Material hält einfach ewig, wird auch von Tupperware zurückgenommen und wieder als Rohstoff eingesetzt. Geht etwas kaputt, wird das Teil umgetauscht oder ich kann das defekte Teil neu erwerben, sodass nicht alles neu gekauft werden muss. Geht einfach mal wieder tuppern, trefft Euch mit Gleichgesinnten zum Austausch! (Viele wissen gar nicht, dass sie dadurch nachhaltig wirtschaften.)
    Und dann das Kokosöl – nun ja, wisst Ihr, wo und wie es produziert wird? Das ist eine ganz schlimme Sache, und noch dazu gefördert von der EU!!! Durch die Brandrodung der Urwälder entsteht schlimmer Smog, Tiere und Pflanzen sterben aus, Menschen verlieren ihre Nahrungsquellen und dann werden Kokos-Plantagen als Monokultur angelegt. Die, die in der Schule aufgepasst haben wissen was das bedeutet! Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln sind die Folge. Also unbedingt auf die Herkunft achten, und nur nachweislich nachhaltig hergestellte Produkte erwerben.
    Danke für Eure Aufmerksamkeit

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:42

      Ich bin mir bei Tupper ehrlich gesagt nicht sicher. Es ist eben doch auch Plastik. Ich hatte ziemlich viele Tupperwaren in meiner Küche und habe 3/4 davon verschenkt. Stattdessen verwende ich Einmachgläser, Schraubgläser, Glasschüsseln und so weiter. Das finde ich noch besser :-)

  • Reply
    Birgit
    29. August 2017 at 6:17

    Hallo liebe Kerstin! Vielen Dank für den tollen Artikel. An das Selbermachen von Naturkosmetik hab ich mich noch nicht getraut, aber ich habe eine mittlerweile gut Freundin in Österreich, die das selbst macht. Aus Produkten aus ihrem Garten – bzw. wenn sie etwas zukaufen muss, dann nur 100% Bio. Ich liebe ihre Haarseifen, das Deo und die Cremen. Und das tolle daran ist, dass ich ihr alle Gefäße wieder zum Nachfüllen geben kann. Das ist denke ich auch sowas wie Zero Waste. Ich hab auch schon über diese Naturkosmetik Manufakrut geschrieben, da ich so begeistert bin. Schau doch einfach mal rein: http://selbermachen-macht-gluecklich.de/lust-auf-naturkosmetik/ Und damit der Versand nach Deutschland auch nachhaltig ist, hab ich bei mir im Ort unter meinen Freundinnen eine Bestellgruppe gegründet, über die wir versandkostenfreie Sammelbestellungen machen. Glg, Birgit

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      9. September 2017 at 17:44

      Liebe Birgit,

      deinen Beitrag über Naturkosmetik habe ich damals sehr aufmerksam gelesen und die Sachen deiner Freundin hören sich total vielversprechend an. Wenn meine Haarseife erschöpft ist, muss ich dort unbedingt nochmal vorbeischauen und mich vielleicht an einer Sammelbestellung beteiligen :-)

      LG,
      Kerstin

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