Blogreihe Biostoff-Produzenten

Biostoffe

Biostoff_Blogreihe

nachhaltig – biologisch – umweltverträglich – fair – sozialverträglich

Was verbindest du mit diesen Schlagwörtern? Früher wurde Bio gerne belächelt – heute ist es hipp. In vielen Bereichen begleiten mich diese Wörter und beeinflussen mein Einkaufsverhalten positiv. Im Bereich des Nähens versuche ich meine Stoffvorräte immer mehr in Richtung Biostoffe umzustellen. Es gelingt mir nicht immer – manchmal ist die Versuchung bei einem neuen herkömmlichen Stoff einfach zu groß. Manche Nähzutaten gibt es auch einfach nicht in bio. Aber ich glaube ich bin auf einem guten Weg.

Beim Thema „Klamotten nähen“ bin ich zu 90% bei reinen Biostoffen angelangt. Aber auch im Bereich Taschen möchte ich nach und nach umsteigen. Seltsamerweise höre ich des öfteren die Aussage: Warum? Taschen trägt man ja nicht direkt auf der Haut. Da ist es doch nicht so schlimm. Meiner Meinung nach schon. Es kommt mir ja nicht (nur) darauf an, dass ich die Schadstoffbelastung gering halten möchte, der ich mich selbst aussetze. Dann würde es theoretisch auch ausreichen, wenn ich Öko-Tex 100 Stoffe kaufe (was ganz nebenbei immer wieder gerne mit Biostoffen verwechselt wird).

Aber es geht doch um viel mehr. Natürlich sind Biostoffe weniger belastet und besser für die Gesundheit. Der springende Punkt ist aber doch: wie wurden die Stoffe hergestellt und was für Chemikalien, Schad- und Giftstoffe wurden dabei eingesetzt und der Umwelt zugeführt? Es ist doch ein sehr kurzsichtiges Denken, wenn ich mich und meine Kinder in schadstoffarme Kleidung verpacke, dabei aber die Luft, die Flüsse, Seen und Meere immer weiter verschmutzt werden. Das kommt doch früher oder später auch wieder bei uns an. Und wenn es mich nicht mehr betrifft – dann meine Kinder – oder vielleicht irgendwann meine Enkelkinder? Möchte ich das? Wieviel ist es mir wert für meine Kinder und deren Kinder eine saubere & lebenswerte Umwelt zu hinterlassen?organic fabricUns in unseren westlichen, wohlhabenden Länder betrifft es vielleicht als Letzte – aber auch uns werden die Umweltsünden irgendwann einholen. Ganz akut und aktuell betrifft es die Menschen, die die Baumwolle anbauen und weiterverarbeiten und die den Giftstoffen und teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen jeden Tag ausgesetzt sind.

Es macht einen Unterschied ob beispielsweise die Baumwollfelder abgepflügt oder mit soviel Chemie besprüht werden, bis die Baumwollblüten abfallen und nur noch aufgelesen werden müssen. Eine tolle Übersicht zum Unterschied zwischen herkömmlichen und biologischen Stoffen findet ihr übrigens in diesem Flyer (leider nur auf Englisch).

Ich möchte hier nicht den Moralapostel spielen. Meine Familie & ich sind auch nicht perfekt. In vielen Bereichen legen auch wir das falsche Konsumverhalten an den Tag. Es geht nicht darum alles perfekt und richtig zu machen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Ich kann schrittweise versuchen mein Kaufverhalten zu verändern und nachhaltiger zu gestalten. Ich kann im Hinterkopf behalten, was ich mit meinen Einkäufen bewirke. Und ja – jeder Einzelne beeinflusst die komplette Produktions- und Verkaufsmaschinerie mit seinem Einkaufsverhalten!

Ich für meinen Teil habe mich für Biostoffe entschieden. Es mag die ein oder andere Ausnahme geben und es liegen auch immer noch genügend herkömmliche Stoffe in meinem Regal – trotz ständigem Stoffabbau – die nach und nach vernäht werden. Aber im Großen & Ganzen freue ich mich über mein neues Einkaufsverhalten. Es fühlt sich toll an. Es macht mich glücklich und gibt mir ein gutes Gefühl.Baumwolle ist nicht gleich BaumwolleGanz wunderbar finde ich es, dass Biostoffe auf dem Vormarsch sind. Bis vor ein paar Jahren suchte man da noch vergeblich nach Herstellern und Händlern. In der Zwischenzeit ist die Auswahl gewachsen und genau das ist auch das Thema meiner neuen Blogreihe:

Jeden Samstag stelle ich einen Biostoffproduzenten auf meinem Blog vor. Einige davon kennt ihr sicherlich – manche vielleicht noch nicht. Ich habe dafür einen kleinen Fragenkatalog zusammengestellt und mich sehr gefreut, dass die Hersteller bereit waren diesen auszufüllen. Nächste Woche geht es los mit Albstoffe. Ich freu mich, wenn ihr dabei seid und euch für das Thema interessierst. Vielleicht vernäht ihr ja selbst bereits Biostoffe? Dann macht gerne bei meiner Ich-näh-Bio Linkparty mit. Wenn ihr etwas mehr über Biostoffe und entsprechende Label wissen wollt, dann könnt ihr das hier nachlesen.

Im Folgenden findet ihr eine Liste mit allen Biostoffherstellern, die ich auf meinem Blog vorstellen werde. Falls ihr noch einen Stoffproduzenten vermisst, dann lasst es mich gerne wissen. Vielleicht kann ich die Blogreihe noch entsprechend erweitern:

LG,

Kerstin

PS: Hier gibt es übrigens einen genialen Video-Clip zum Thema GOTS. Vielleicht nehmt ihr euch kurz die Zeit und schaut ihn euch an :-)

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22 Comments

  • Reply
    Steffi/herzekleid
    10. Juni 2016 at 9:09

    Danke, das klingt toll, ich freu mich auf Deine Reihe! Man kann nicht genug darüber wissen und nicht oft genug Denkanstöße geben!
    Liebe Grüße,
    Steffi

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:30

      Danke Steffi – so sehe ich das auch :-)

  • Reply
    Steffi
    10. Juni 2016 at 14:01

    Oh, ich bin auch sehr gespannt auf deine Reihe! Ein tolles Thema und Aufklärung kann es dazu nie genug geben. :-)

    Lieber Gruß
    Steffi

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:31

      Ich bin selbst schon total gespannt auf die Antworten der Firmen und wie die Beiträge ankommen werden :-)

  • Reply
    Nähkäschtle
    10. Juni 2016 at 17:10

    Das ist eine super Idee – ich schaue auch nach Biostoffen und finde es toll, wenn du Informationen darüber für uns alle zusammenträgst – DANKE. Mir persönlich ist in unserem Konsumverhalten wichtig nicht zu viel haben. Ich brauche nicht so viele Shirt, Hosen, Schuhe, Taschen …. hier wird gekauft und genäht was gebraucht wird und das dann auf gut schwäbische Art „aufgetragen“ oder verwertet oder verkauft/verschenkt an Menschen denen es dann passt oder gefällt.
    Liebe Grüße Ingrid

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:32

      Danke liebe Ingrid,

      ich wollte schon seit Ewigkeiten so eine Blogreihe machen. Ich bin froh, dass ich jetzt endlich die Zeit gefunden habe und freu mich, dass ich meine Infos über Biostoffherstellern mit euch Teilen kann :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Anonym
    10. Juni 2016 at 20:50

    Danke! Bin gespannt!

  • Reply
    Jule
    12. Juni 2016 at 9:09

    Hallo,
    toll, dass du so eine Reihe startest. Das gibt dann nocheinmal einen schönen Überblick, selbst, wenn man den ein oder anderen Hersteller schon kennt. Und über die einzelnen Hersteller noch mehr bzw. genauer zu erfahren ist auch super.
    Ich freu mich also auf die nächsten Samstage! Danke für’s Informationen zusammentragen.
    Liebe Grüße
    Jule

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:34

      Liebe Jule,

      ich denke auch, dass die meisten Anbieter bereits bekannt sind. Aber ein paar Hintergrundinfos sind sicherlich interessant – ich bin selbst schon ganz gespannt. Außerdem hat man dann alles auf einen Blick – wie du schon geschrieben hast. Das ist mitunter doch ganz praktisch zum Nachschlagen :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Melanie
    13. Juni 2016 at 21:08

    Toll, ich freue mich auf deine Reihe, denn mir gingen schon die gleichen Gedanken durch den Kopf und wir versuchen seit einiger Zeit auch auf Bio zu achten.
    Gar nicht so leicht… Aber mit etwas einlesen und aufklären lassen wird es und es gibt so schöne Sachen und Stoffe und Schuhe. Das ist es wert

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:36

      Liebe Melanie,

      da hast du absolut recht – es ist gar nicht immer so einfach mit dem nachhaltigen und umweltbewußten Einkaufen. Das ist auch mit ein Grund, warum ich die verschiedenen Hersteller vorstellen möchte – damit man einen Überblick über den Biostoffmarkt bekommt. Das erleichtert die zukünftigen Einkäufe hoffentlich ein bisschen :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    ich
    14. Juni 2016 at 7:27

    so wichtig kann den herstellern bio nicht sein , sonst würden einige stoffhändler nicht Händler vom verkauf ausschließen bzw den händler unterschiedliche bedingungen geben. ich kann keine biostoffe verkaufen , weil ich schlechtere bedingen bekomme wie andere händler.

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      14. Juni 2016 at 20:41

      Hallo,
      dazu kann ich leider nichts sagen – ich bin keine Stoffverkäuferin und kenne mich mit Händler-Konditionen nicht aus. Schade, dass du scheinbar keine Möglichkeit hast Biostoffe anzubieten. Aber vielleicht findest du ja einen anderen Hersteller, mit dem zu zusammenarbeiten kannst. Ich stelle ja jetzt einige vor.

      Ich glaube schon, dass den Herstellern Biostoffe am Herzen liegen. Es ist zwar seit neustem auch ein Trend und natürlich wollen die Firmen Geld verdienen (ist ja auch das Ziel einer Firma) – aber Überzeugung bzgl. der Sache scheint mir doch in den meisten Fällen vorhanden zu sein. Aber das ist meine persönliche Meinung.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Anik
    15. Juni 2016 at 14:33

    Super Idee für einen Blogthread! Ich habe das Gefühl, dass man über das eigene Nähen ganz automatisch bei nachhaltig produzierten Stoffen ankommt, weil einem über die langsame eigenhändige Produktion die Qualität der Stoff ins Auge rückt. Noch kaufe ich nicht nur Biostoffe, aber es werden immer mehr in meinem Stoffschrank.
    LG
    Anik

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      18. Juni 2016 at 9:19

      Liebe Anik,

      ja ich finde auch, dass man über kurz oder lange bei hochwertigen Stoffen landet. Immerhin steckt man sehr viel Arbeit in die Näherei und lernt die Klamotten/Taschen mehr zu schätzen. Ich hoffe das nach und nach immer mehr Näherinnen dann auch bei den Bioprodukten landen. Bei mir war der Wandel auch langsam bzw. dauert immer noch an. So ein angesammelter Stoffvorrat muss ja erstmal verarbeitet werden. Aber alle neuen Stöffchen sind in der Zwischenzeit Bio :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Fini
    17. Juni 2016 at 9:07

    Hallo Kerstin,
    ich kaufe ausschließlich Biostoffe und freue mich sehr über deine Blogreihe – da sind nämlich auch Hersteller dabei, die ich noch nicht kenne.
    Allerdings scheitere ich immer wieder beim Thema Kurzwaren. Gibt es die in Bioqualität oder zumindest von einem nachhaltigen Hersteller? Ich habe das Garn von Gütermann aus PET Flaschen gefunden , allerdings find ich das Thema Plastik auch nicht so prickelnd. Hast du einen Tipp für Garn, Vlies und Co?
    Liebe Grüße,
    Fini von daisy.thingsarechanging

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      18. Juni 2016 at 9:16

      Liebe Fini,

      ich habe bei Kurzwaren dasselbe Problem wie du. Die Suche nach Alternativen ist hier wirklich wesentlich schwerer, als bei Stoffen. Das PET Garn von Gütermann verwende ich auch und finde es eigentlich sehr gut. Aber natürlich hast du recht: es ist Plastik. Ich möchte das Thema Garne, Leder vs. Kunstleder und auch weitere Kurzwaren über kurz oder lang auf meinem Blog thematisieren. Es kann noch ein bisschen dauern, aber ich bin dran. Falls du vorab schon fündig wirst, bin ich natürlich immer über Hinweise dankbar :-)

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Susalabim
    19. Juni 2016 at 12:30

    … ich bin sehr interessiert an der Blogreihe, das Thema ist echt wichtig! Ich fänd es gut, wenn die Firmen auch ihre GOTS-Kennung nennen würden/müssten, denn bei manchen Herstellern bin ich mir nicht so sicher, ob das alles wirklich GOTS ist, oder eben nur Bio genannt wird… Nur mit der Nummer kann man als Kunde wirklich sicher sein und das ggf. auch nachvollziehen oder nachprüfen.
    Da die GOTS-Zertifizierung Geld und Zeit kostet und man wirklich alles offenlegen muss, unterstelle ich einfach mal, dass die, die es nicht nennen es auch nicht haben… und die Frage ist, ob es denjenigen dann vielleicht auch nicht so wichtig ist, dass auch das gesamte „Drumherum“ die GOTS-Standarts erfüllt (wie z.B. die Arbeitsbedingungen etc.)…
    Das ist ja bei Nahrungsmitteln inzwischen auch so, dass bio nicht gleich bio ist und man sich nicht darauf verlassen kann, dass die Kennzeichnung stimmt- aber in der Textilbranche gibt es mit dem GOTS-Zertifikat glücklicherweise einen Standart, der überprüfbar ist.

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      21. Juni 2016 at 16:03

      Ich freu mich, dass du die Blogreihe gut findest. Ich bin total im Glück, dass du deine Designs auf GOTS-Stoffen umsetzen lässt. Ich mag sie nämlich sehr gerne :-)

      Du hast völlig recht mit der Zertifizierungsgeschichte: das GOTS Siegel ist sehr wichtig, damit die Standards festgeschrieben sind und auch überprüft werden können. Die Stofffirmen, die mit GOTS werben haben ja im Normalfall auch ihre Zertifzierungsnummer auf der Seite hinterlegt, damit man als Kunde das auch wirklich nachvollziehen kann.
      Sicherlich gibt es auch hier schwarze Schafe – wie überall. Aber im Großen und Ganzen funktioniert das System wohl ganz gut. Die Endkunden kennen leider oftmals den Unterschied zwischen GOTS und Öko-Tex 100 nicht. Daher finde ich es auch so wichtig, immer wieder zu informieren und dafür Werbung zu machen. Ich hoffe das gelingt mir mit meiner Blogreihe und meiner Bio-Linkparty ein kleines Stück weit.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    Daniela
    23. August 2016 at 13:34

    Hallo Kerstin,
    vielen Dank für diese tolle Blogreihe. Ich versuche auch, so gut wie es geht, nur Bio-Stoffe zu vernähen. Immer lässt sich das zwar nicht realsieren – ich denke da beisielsweise an Softshell – aber bei den meisten Klediungsstücken lohnt es sich einfach, etwas mehr auszugeben. Wobei ich festgestellt habe, dass Bio nicht unbedingt teurer sein muss. Die Jerseys von Hilco, die auch eine tolle Qualität haben, sind im Vergleich zu vielen Bio-Jerseys sogar teurer.
    Mir fehlen übrigens noch der Pumuckl Stoffversand und Staghorn in deiner Liste. Beide bieten auch eigene Bio-Stoffe an.
    Liebe Grüße,
    Daniela

    • Reply
      Kerstin Heinrich
      23. August 2016 at 15:59

      Liebe Daniela,

      du hast völlig recht. Biostoffe müssen gar nicht immer unbedingt teurer sein und natürlich kann man sie nicht immer und für alles verwenden. Ich bin im Moment beispielsweise auch am Überlegen, ob ich mir eine Softshelljacke für den Herbst nähe :-) Aber ich handhabe es so wie du – wo es geht, da wird Biostoff verwendet.

      Danke für den Hinweis mit Pumuckl Stoffversand und Staghorn. Die beiden hatte ich überhaupt nicht auf dem Radar. Vielleicht erweitere ich meine Blogreihe noch, sobald ich wieder ein bisschen Zeit übrig habe.

      LG,
      Kerstin

  • Reply
    made with Blümchen
    11. September 2016 at 19:46

    Wie großartig, dass Du Dich um das Thema so annimmst und alle diese Hersteller befragt hast! Das ist eine tolle Referenzquelle, danke Dir dafür!

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